Christiana Mariana von Ziegler
* 28. Juni 1695 in Leipzig
† 1. Mai 1760 in Frankfurt/O.
Christiana Mariana von Ziegler (geb. Romanus) war die Tochter einer der angesehensten Familien in Leipzig, ihre Mutter war Chirstiana Maria geb. Brümmer und ihr Vater Franz Conrad Romanus. Ihr Vater, seit 1701 Bürgermeister der Stadt, wurde wegen eines angeblichen Staatsverbrechens zu Festungshaft verurteilt und starb vierzig Jahre später, ohne die Freiheit wiedererlangt zu haben. Als 1728 das erste Buch Christiana Marianas erschien, hatte sie bereits zwei Ehemänner und ihre beiden Kinder durch den Tod verloren. Seit 1722 lebte sie wieder in ihrem Elternhaus und führte einen "musikalischen Salon". Johann Sebastian Bach, seit 1724 in Leipzig, vertonte neun geistliche Cantaten von ihr.

Mariana Ziegler war in literarischen Kreisen zwischen 1730 und 1740 sehr berühmt. Sie wurde das erste weibliche Mitglied der "Deutschen Gesellschaft" in Leipzig und hielt dort eine Rede zum Thema "Ob es dem Frauenzimmer erlaubet sey, sich nach den Wissenschaften zu bestreben". Sie war auch die erste Frau, die von einer Universität zur Dichterin gekrönt wurde (1733). Nachdem sie 1741 zum dritten Mal heiratete, trat sie als Dichterin nicht mehr in Erscheinung. Sie verstarb 1760 in Leipzig.