Else Lasker-Schüler
* 11. Februar 1869 in Elberfeld /heute Wuppertal
† 22. Januar 1945 in Jerusalem

Else Lasker-Schüler wurde 1869 als Tochter eines jüdischen Bankiers in Elbersfeld (Wuppertal) und seiner Frau Jeanette geb. Kissing geboren und heiratete 1894 den Arzt Berthold Lasker. Sie zog mit ihm nach Berlin, wo sie eine zeichnerische Ausbildung absolvierte.

Durch ihren Bekannten Peter Hille fand sie Anschluß an die literarische Szene Berlins und publizierte 1899 ihre ersten Gedichte in der Zeitschrift "Die Gesellschaft". Nach ihrer Scheidung im Jahre 1903 geriet sie in finanzielle Schwierigkeiten und heiratete den Schriftsteller Herwarth Walden. Ab 1906 veröffentlichte sie Prosawerke, in denen sie Ereignisse im Freundeskreis wie bspw. den Tod Hilles verarbeitete "Das Peter-Hille-Buch" und "Die Nächte der Tino von Bagdad". Sie schrieb Schauspiele wie "Die Wupper", aber auch Gedichtsbände.

Nach ihrer Scheidung von Walden im Jahre 1912 lebte sie völlig mittellos und war auf die Hilfe ihrer Freunde angewiesen. Sie lebte sehr unkonventionell und bezeichnete sich als "Prinz von Theben", was von den Berlinern kritisiert und parodiert wurde. Nach tätlichen Angriffen auf offener Straße wanderte sie in die Schweiz aus und reiste von dort aus dreimal nach Palästina. Im Jahre 1938 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1939 verhinderte ihre Rückkehr von ihrer letzten Palästinareise, woraufhin sie ihre Arbeit in Jerusalem fortsetzte.

Im Jahre 1932 erhielt Lasker-Schüler den Kleist-Preis für ihre Gesamtwerke. In ihrer autobiografisch geprägten Prosa beschrieb Else Lasker-Schüler ihr Leben und das ihrer Freunde in Form von Legenden und Sagen. Dabei gab sie ihren Freunden Namen wie „Ritter aus Gold“ (Georg Trakl) oder „Blauer Reiter“ (Franz Marc). Sie selbst herrschte als „Prinz von Theben“ oder Jussuf über die Phantasiewelt, in der christliche, alttestamentarische und orientalische Elemente vereint waren. Ihr Verhältnis zur jüdischen Tradition wurde auch in ihrer Lyrik, besonders in den „Hebräischen Balladen“ und in dem Gedichtband „Mein blaues Klavier“, deutlich.

1944 erkrankte sie schwer und nach einem Herzanfall am 16. Januar starb Else Lasker-Schüler am 22. Januar 1945. Sie wurde auf dem Ölberg in Jerusalem begraben.

Quellen:

Deutsche Dichterinnen
Deutsches Projekt zum Judentum
Else Lasker-Schüler Gemeinschaft
Jewish Heritage Online
Wikipedia