Emerenz Meier
* 3. Oktober 1874 in Schiefweg/bei Waldkirchen in Niederbayern
† 28. Februar 1928 in Chicago

Emerenz Meier war die Tochter des Landwirts, Viehhändlers und Gastwirts Josef Meier und seiner Frau Emerenz geb. Raab. Schon als Kind begann Emerenz über ihre Heimat Schiefweg in Niederbayern zu schreiben.  Als eine sehr gute Schülerin fiel sie frühzeitig mit ihren kleine Geschichten und Gedichten auf. Zugleich lebte und arbeitete sie auf dem elterlichen Bauernhof und bediente in der Wirtsstube.

Sie war eine deutsche Schriftstellerin und galt neben Lena Christ als bedeutendste bayerische Volksdichterin. Im Jahr 1893 wurde in der Passauer Donau-Zeitung ihre erste, heimlich eingesandte Erzählung "Der Juhschroa" veröffentlicht. Im Herbst 1896 erschien im ostpreußischen Königsberg ihr erstes und einziges Buch "Aus dem bayrischen Wald". Der Schriftsteller Hans Carossa las es und besuchte im Herbst 1898 zu Fuß Emerenz Meier in Waldkirchen.

Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage wanderten Teile der Familie nach Nordamerika aus. Emerenz folgte im März 1906 mit ihrer Mutter nach. Zuvor hatte sie erfolglos eine Gaststätte in Passau betrieben, sich als Schriftstellerin in München durchgeschlagen und sich schließlich als Prostituierte das Geld für die Überfahrt über den Atlantik zusammengespart. Der wirtschaftliche Aufschwung stellte sich für die Familie in Chicago nicht ein.

Im Jahr 1907 heiratete Emerenz Meier ihren ersten Mann Josef Schmöller, der ein Landsmann aus dem Bayerischen Wald und ebenfalls Auswanderer war. Im Jahr 1908 gebar sie einen Sohn. Ihr Mann war Alkoholiker und starb 1910 an Schwindsucht. Anfangs hielt Emerenz Meier noch Vorträge in deutschen Vereinen und verfasste Kurzgeschichten und Gedichte für deutschsprachige Zeitschriften. Dann wurde sie immer stärker vom Kampf um die eigene Existenz gefangen genommen. In zweiter Ehe heiratete sie den Schweden John Lindgren.

Der Erste Weltkrieg verschärfte ihre Kritik an den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen in Europa und Amerika. Mit dem Kriegsausbruch riss der Kontakt in die frühere Heimat vorübergehend ab und wurde dann 1919 wieder aufgenommen. In Briefen an ihre Waldkirchner Freundin Auguste Unertl zeigten sich ihre Sympathien für den Kommunismus und ihre Abneigung gegen Kapitalismus und Kirche. Mit Geld und Sachspenden versuchte sie, die Not im Bayerischen Wald zu lindern, obwohl sie selbst nur wenig hatte. In der Zeit der Prohibition in den USA braute sie in Chicago Bier für ihre Landsleute und den eigenen Bedarf. Emerenz Meier starb am 28. Februar 1928 in Chicago an den Folgen einer Nierenentzündung.

Emigrantin, Dichterin, Gastwirtin, Prostituierte und posthum Filmheldin: Ostbayerns Dichterin Emerenz Meier hat ihre ganze Region geprägt:
Wildfeuer, ein Film über Emerenz Meier, Deutschland 199, Kritik in der New York Times,
Emerenz Meier ''Out of Heimat'', eine Kulturveranstaltung der Stadt Passau im Mai 2006

Quellen:

Wikipedia

Wortblume

Info der Region Niederbayern