Ina Seidel
* 15. September 1885 in Halle,
† 3. Oktober 1974 in Ebenhausen/bei München

Ina Seidel wurde in Halle als Tochter des Arztes Herman Seidel und seiner Frau Emmy Loesewitz aus Riga geboren. Sie übersiedelten gleich nach der Geburt nach Braunschweig. Die Mutter siedelte mit den Kindern nach dem Selbstmord des Vaters nach Marburg/Lahn um, 1897 schließlich nach München, wo Ina Seidel bis 1907 lebte.

München war in jenen Jahren das künstlerische Zentrum Deutschlands und in dieser Atmosphäre bildete sich Ina Seidels literarisches Handwerk heraus. 1907 heiratete sie ihren Vetter Heinrich Wolfgang Seidel, einen Berliner Pfarrer und Verfasser erzählender und geistlicher Literatur. 1908 wurde die älteste Tochter geboren. Als Folge der Entbindung erkrankte Ina Seidel an einer Wochenbettinfektion und behielt durch weitere Komplikationen ein verkürztes und versteiftes Bein zurück. Diese Behinderung gab ihr den Anstoß zum ernsthaften Schreiben..

Ihr literarisches Vorbild war Ricarda Huch. Die Gedichte und Prosa von Ina Seidel standen in der Tradition der deutschen Bürgerfamilie, die wesentlich vom Protestantismus und durch eine mystisch-religiöse Grundhaltung geprägt war. Hauptthemen waren das Mütterliche, die Religion als das Unvergängliche, der Tod und die romantische Naturverbundenheit.

1922 erschienen "Das Labyrinth", 1930 "Das Wunschkind", 1938 "Lenacker" und 1954 "Das unverwesliche Erbe". Ihre pathetisch-romantischen Verse auf Hitler hatte sie später bedauert. Allerdings konnte ihre Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in dem Roman "Michaela" (1959) nicht überzeugen. Ina Seidel war seit 1930 Mitglied der Preussischen Akademie der Künste. In den Jahren ihres Schaffens wurde sie ausgezeichnet mit der Goethe-Medaille (1932) und dem Grillparzer-Preis (1941). 1949 erhielt Ina Seidel den Raabe-Preis der Stadt Braunschweig, 1954 das Bundesverdienstkreuz und 1958 den großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. In den folgenden Jahren erschienen noch Bände mit Berichten und Erzählungen sowie literaturtheoretische Abhandlungen.

Seit 1934 lebte sie in Starnberg und verstarb im Alter von 89 Jahren im Raum München.

Quellen:

Wikipedia
Weltchronik-Biografien
Info der Stadt Braunschweig
Lyrikwelt