Karoline von Günderrode
* 11. Februar 1780 in Karlsruhe
† 26. Juli 1806 in Winkel am Rhein

Karoline von Günderrode (voller Name: Karoline Friederike Louise Maximiliane von Günderrode) wurde als ältestes Kind eines badischen Regierungsrates aus kleinem Adel geboren. Ihren Vater, den Hofrat und Schriftsteller Hector Wilhelm von Günderrode, verlor sie im Alter von sechs Jahren. Ihre Kindheit verbrachte sie mit der Mutter, Louise von Günderrode, und ihren beiden Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen, was zu ihrem Leben als »Stiftsfräulein« im evangelischen Cronstettischen Adeligen Damenstift in Frankfurt am Main führte. Das Leben im Damenstift missfiel ihr. So konzentrierte sie sich auf ihre Feundschaften, insbesondere mit Bettina von Arnim, die später eine Biographie über Karoline schrieb.

Äußere Umstände der französischen Revolution und ihre ersten Liebesbeziehungen (Carl von Savigny) inspirierten frühzeitig die wesentlichen Themen Korolines romantischer Dichtung: Gefangenschaft und Freiheit, Liebe und Tod. Mit 24 Jahren veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Tian ihren ersten Gedichtband. Ihre Dichtung ist jedoch bis zum heutigen Tage in Vergessenheit geraten. Ihre Poesie wurde häufig als zu kühn, wenig weiblich abgelehnt.

Auf einem Ausflug zum Stift Neuburg bei Heidelberg lernte Karoline den bedeutenden Philologen und Mythenforscher Friedrich Creuzer (1771 - 1853) und seine dreizehn Jahre ältere Frau kennen. Karoline und Creuzer versprachen einander bis in den Tod zu lieben. Als die ungewöhnlich moderne, aber konfliktreiche Beziehung (Unvereinbarkeit ihres Freiheitsbedürfnisses und der Frauenrolle der damaligen Zeit) scheiterte, tötete sie sich mit einem Dolch.

Friedrich Creuzer tat alles dafür, damit ihr Werk "Melete" nicht publiziert wurde. Erst hundert Jahre später wurde es veröffentlicht.

Quellen:

1. Karlsruher Stadtgeschichte
2. Zu wissbegierig für Ihre Zeit- Zum 200. Todestag von Karoline von Günderrode
3. Wikipedia
4. Jiii
5. Das Gutenbergprojekt
6. fh-augsburg