Kathinka Zitz-Halein
* 4. November 1801 in Mainz
† 8. März 1877 in Mainz

Kathinka Zitz-Halein (vollständiger Name: Kathinka Therese Pauline Modesta Zitz) wurde als Tochter des wohlhabenden Handelsmannes Anton Viktor Felix Halein und Anna Maria Kunigunde geb. Makowitzka in Mainz geboren. Die Ehe ihrer Eltern verlief unglücklich und die Familie litt ständig unter den Wutausbrüchen des Vaters. Kathinka lebte einige Zeit bei ihrer Großmutter, besuchte dann ein Mainzer Pensionat und später eine Schule in Straßburg.

Kathinka war erst 14 Jahre alt, als ihre Mutter starb. Der Vater wurde kurz danach in ein Irrenhaus eingeliefert. Wie ihre Mutter engagierte sie sich für politische Flüchtlinge und half Menschen, die in Not geraten waren. Sie schrieb Petitionen, sammelte Geld und begann zu schreiben.

1817 erschien ihr erstes Gedicht. Später kamen Artikel und Romane sowie Erzählungen hinzu. Sie trat eine Stelle als Erzieherin in Darmstadt an und übernahm 1827 die Leitung einer Mädchenschule in Kaiserslautern. Weil ihre Schwester Julie schwer erkrankte, gab sie diese Stelle nach einem Jahr auf und kehrte nach Mainz zurück. Dort pflegte sie ihre Schwester bis zu deren Tod.

Um diese Zeit löste sie auch die zehnjährige Verlobung mit dem preußischen Offizier Wild, da der Heiratsantrag ausblieb. Mit einem Gedichtband über historische Frauen tradierte sie ein wichtiges Stück Frauengeschichte. 1837 heiratete sie den Rechtsanwalt Franz Zitz. Die Ehe scheiterte an der ständigen Untreue des Mannes. Nach zwei Jahren trennten sich die beiden, doch Kathinka Zitz-Halein willigte nicht in die Scheidung ein.

Es folgte eine rege literarische und politische Tätigkeit. In ihren Zeitungsartikeln, Gedichten und Erzählungen, die sie unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte, trat sie für Freiheit und Demokratie ein. 1849 gründete sie in Mainz den Frauenverein ”Humania”, der die Märzrevolution unterstützte. Ziel des Vereins mit über 1600 Mitgliedsfrauen war die Hilfe für verfolgte Demokratinnen. Darüber hinaus bot der Verein ein Identifikationsangebot für Frauen, sich am politischen Leben, in einer der weiblichen Sphäre angemessenen Rolle, zu beteiligen. Dieses politische Engagement brachte ihr viel Ärger ein, sie erhielt Ausweisungsbescheide, wurde politisch angegriffen und verleumdet und musste sich vor Gericht für ihr Engagement verantworten

Sie veröffentlichte zahlreiche Gedichtesammlungen, darunter "Herbstrosen" (1846) und "Dur- und Molltöne" (1859), in denen sie politische, soziale und kirchliche Verhältnisse kritisierte. Finanzielle Not setzte sie später immer mehr unter Produktionszwang. Sie publizierte zahlreiche novellistische Arbeiten und Romane, darunter einen sechsbändigen Roman über Rahel Varnhagen. Ihre Werke erschienen häufig auch unter Pseudonymen. Sie verfasste u.a. Biographien über Goethe, Heine und Rahel Varnhagen. Am Grauen Star erkrankt, verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre im St. Vinzensius-Pensionat der Barmherzigen Schwestern in Mainz und starb, fast erblindet, am 8. 3. 1877 in ihrer Geburtsstadt Mainz.

Quellen:

Dichterpark
Wortblume
Bildnachweis
Info der Universität von Ohio