Golda Malka Aufen, die sich später Mascha Engel nannte, wurde 1907 in Galizien geboren. Ihr Vater war Russe, die Mutter Österreicherin. Beide
waren jüdischen Glaubens. Sie erlebte schon als Kind die erste Flucht vor Pogromen.
Zu
Beginn des Ersten Weltkriegs kam die Familie nach Deutschland. Der Vater wurde als feindlicher Ausländer interniert. Die Mutter musste ihre zwei Kinder allein ernähren. Nach dem Krieg zog die Familie ins Berliner „Scheunenviertel“, da der Vater eine Anstellung in der jüdischen Gemeinde fand. 1924 verließ Mascha die Schule mit der mittleren Reife und wurde im Büro einer jüdischen Organisation als Lehrling angestellt. Neben der Büroarbeit besuchte sie Abendkurse in
Philosophie und schrieb ihre ersten Gedichte. An der Universität lernte sie den Hebräischlehrer Saul Aron Kaléko kennen. Sie heirateten 1928.
Mascha gab ihre Stellung im Büro auf, um ihren Mann bei dessen wissenschaftlichen Arbeiten zu helfen. Sie schrieb aber weiterhin Gedichte, sogar auf berlinisch, von denen zwei im "Querschnitt"
veröffentlicht wurden. Sie lernte Monty Jacobs kennen, der ihr Talent entdeckte und sie förderte. Ihre Verse zu Alltagsthemen (Neue
Sachlichkeit) wurden ab 1930 regelmäßig in verschiedenen Berliner Zeitungen veröffentlicht. Im Romanischen Café lernte Mascha die
künstlerische Avantgarde Berlins kennen: Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz, Else Lasker-Schüler, Erich Kästner, Walter Mehring …und
Franz Hessel. 1933 erschien mit Erfolg "das lyrische Stenogrammheft", sowie später ein Lesebuch.
1937 erschien Maschas Name dann auf der Liste "schädlichen Schrifttums". Ihre literarische Karriere war bald beendet. Sie ließ sich außerdem von ihrem Ehemann Kalélo scheiden und heiratete den Musiker und Musikwissenschaftler Chemjo Vinaver. Es gelang ihnen, kurz vor der
Reichspogromnacht, 1938 in die USA zu fliehen. Sie behielt den Namen Kaléko als Künstlernamen bei und lebte mit Vinaver in New York. Nach
einer schwierigen Anfangsphase veröffentlichte Mascha in der deutschsprachigen jüdischen Exilzeitung "Aufbau" Gedichte, die
Emigration und Heimatlosigkeit zum Thema machten und traf damit den Nerv vieler Emigranten.In den nächsten Jahren verfasste Mascha Werbetexte, sowie Gedichte über das Leben in New York und wurde immer mehr zur Managerin ihres Mannes, der erfolgreich dirigierte und komponierte. 1944 erhielt die Familie Vinaver/Kaléko die amerikanische Staatsbürgerschaft. Mascha schrieb weiterhin und begann allmählich Kontakte zu deutschen Schriftstellern wieder herzustellen. 1956 reistesie für eine sehr erfolgreiche Lesereise erstmalig wieder nach Deutschland. Danach öfter.
1960 übersiedelten sie, aus beruflichen Gründen ihres Mannes, nach Israel.
Mascha lebte sich dort nie richtig ein, war isoliert und schrieb wenig. Körperliche Krankheiten nahmen bei beiden zu. 1973 starb Chemjo Vinaver. Danach löste sich Maschas Schreibblockade, sie las 1974 wieder in Europa
und plante, eine Zweitwohnung in Berlin zu nehmen. Doch Anfang 1975 starb sie an Magenkrebs in einer Privatklinik in Zürich.
Quellen:
Frauenarchiv der Universität Düsseldorf
Feminism
Judentum in Berlin
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