Nelly Sachs
* 10. Dezember 1891 in Berlin
† 12. Mai 1970 in Stockholm

Nelly Sachs hieß eigentlich Leonie Sachs und war eine deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin. Sie wurde 1891 in Berlin-Schöneberg als Tochter des Erfinders und Fabrikanten William Sachs und seiner Frau Margarete geboren. Sie wuchs in einer kultivierten, jüdisch-großbürgerlichen Atmosphäre auf. Aufgrund ihrer kränklichen Konstitution wurde sie die ersten drei Jahre von Privatlehrern unterrichtet. Ab 1903 trat sie in eine Höhere Töchterschule ein und absolvierte dort die Mittlerer Reife.

Mit 15 Jahren war sie von Selma Lagerlöfs Debütroman Gösta Berling fasziniert. Sie schrieb ihr, woraus sich ein ständiger und freundschaftlicher Briefwechsel mit der schwedischen Schriftstellerin ergab. Erste Gedichte schrieb sie mit 17 Jahren. 1921 veröffentlichte Nelly ihr erstes Werk "Legenden und Erzählungen", und ab 1932 mehrere Gedichte in Tageszeitungen und Zeitschriften. Ab 1936 waren Veröffentlichungen nur noch in jüdischen Zeitschriften möglich.

1940, nach dem Erhalt des Deportationsbescheides floh sie mit Hilfe von Selma Lagerlöff mit ihrer Mutter nach Stockholm. Dort übersetzte sie schwedische Literatur. Durch ihre Eindrücke von dem Holocaust und ihren Exiljahren versuchte sie diese Schrecken in ihren Werken festzuhalten. Beispielhaft stehen dafür "In den Wohnungen des Todes" und "Dein Leib im Rauch durch die Luft", was sie ihrem Verlobten, der im KZ hingerichtet wurde, widmete. Auch in den Fünfzigern und Sechzigern befasste sie sich in ihren Werken mit dem Schicksal der Juden, wie beispielsweise in der Gedichtssammlung "Zeichen im Sand" und im Hörspiel "Eli". Ihr erstes Buch "In den Wohnungen des Todes" wurde 1947 veröffentlicht.

Nelly gewann viele Preise für ihre Gedichte, u.a. 1958 den Preis von dem schwedischen Dichter Verband und 1965 den "Friedenpreis des deutschen Buchhandels". Im Jahre 1966 gewann sie den Nobelpreis für Literatur mit dem israelischen Autor Samuel Yosef Agnon. Nelly starb 1970 an Krebs in Stockholm.

Quellen:

Bio-Info nach Brinker
Frauenarchiv der Universität Düsseldorf
Jewish Virtual Library
Klassikerforum
Nobelpreis
Weltchronik
Wikipedia

Bildnachweis:

Phil. Fakultät Düsseldorf

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