Paula Ludwig
* 5. Januar 1900 in Feldkirch/Schloss Amberg
† 27. Januar 1974 in Darmstadt

Die Lyrikerin und Malerin Paula Ludwig wurde 1900 als Tochter einer österreichischen Mutter und eines deutschen Vaters in Österreich geboren. Nach der Trennung der Eltern 1909 zog sie mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter nach Linz. Fünf Jahre später starb die Mutter. Die Kinder siedelten nach Breslau zum Vater um. Paulas sehnlichster Wunsch, die Schauspielschule zu besuchen, stieß beim Vater auf Ablehnung. Stattdessen arbeitete sie als Malermodell, Dienstmädchen und was sich sonst fand, um zur Breslauer Dichterschule gehen zu können. Dort verfeinerte sie ihre literarischen Texte.

Mit 17 Jahren zog sie mit ihrem unehelichen, drei Monate alten Sohn nach München. Hier arbeitete sie weiterhin als Malermodell, Dienstmädchen und Hausangestellte. Übernahm aber auch Statistenrollen und wurde Souffleuse an den Münchner Kammerspielen. Dabei knüpfte sie Kontakt zum Otto-Falckenberg-Kreis (Direktor der Münchner Kammerspiele). Paula lernte Erika und Klaus Mann kennen, begegnete Erich Mühsam, Mitglieder des Stefan-George-Kreises und schließlich Else Lasker-Schüler. Paula war mit Waldemar Bonsels liiert, dem Erschaffer der Biene Maja, mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verband. 1920 wurde ihr erster Gedichtband mit insgesamt 30 Gedichten veröffentlicht: „Die selige Spur“.

1923 ging Paula Ludwig nach Berlin, dem neuen literarischen und künstlerischen Zentrum der Weimarer Republik. Hier lernte sie Kurt Tucholsky, Bert Brecht, Alfred Döblin und Joachim Ringelnatz kennen. Es folgten weitere erfolgreiche Veröffentlichungen wie „Der himmlische Spiegel“, "Dem dunklen Gott. Ein Jahresgedicht der Liebe“.

Ein Jahr nach Hitlers Machtergreifung emigrierte Paula mit ihrem Sohn nach Österreich. In dieser Zeit entsteht "Traumlandschaft". 1938 floh sie nach Paris, kurz danach weiter nach Portugal und um 1941 dann nach Brasilien. Sie wurde von Freunden und Verwandten unterstützt. Im Exil war das Einleben schwierig, sie lebte zunehmend isoliert und schrieb kaum. Sie überarbeitete bzw. erweiterte "Traumlandschaften" mit Erfahrungen aus dem Exil zu "Träume" und kehrte 1958 nach Deutschland zurück. Als Dichterin gelang ihr die Rückkehr nicht mehr.

Sie kämpfte mit Rheuma und Alkoholproblemen. Eine Entziehungskur wurde durch Thomas Mann finanziell unterstützt. 1962 erhielt Paula den Georg-Trakl-Preis. Sie schloss eine Dichterfreundschaft mit Christine Busta, die Paula Ludwig 1972 für den Preis des österreichischen Schriftstellerverbandes bestimmt. Paula Ludwig starb im Alter von 74 Jahren in Darmstadt.

Quellen:

Aeion - Österreichisches Lexikon
Chroniken
Deutsche Dichterinnen
German Writers
Kultur Programm München
Lyrikwelt