Ricarda Huch
* 18. Juli 1864 in Braunschweig
† 17. November 1947 in Schönberg im Taunus
Ricarda Huch (Pseudonym: Richard Hugo) wuchs in Braunschweig in einer Kaufmannsfamilie auf. Sie studierte, da dies für Frauen in Deutschland nicht möglich war, in der Schweiz Geschichte und Philosophie und promovierte 1892 an der Universität Zürich.

Ricarda arbeitete zunächst als Bibliothekarin und, von diesem Beruf wenig erfüllt, als Lehrerin in Zürich und Bremen. Später lebte sie ab 1897 in Wien, wo sie den Zahnarzt Ermanno Ceconi kennen lernte, den sie 1898 heiratete. Ihm folgte sie in seine italienische Heimat Triest (1898 -1900). Lange lebte sie, mit Unterbrechungen, in München (1912 - 1916, 1918 - 1927), wo viele wichtige Bücher entstanden, zum Beispiel ihre Biographie "Michael Bakunin und die Anarchie" (1923).

Weil es in der Zeit des Dritten Reiches wenig Häuser gab, in denen ein offenes Wort gesprochen werden konnte, entwickelt sich Ricarda Huchs Wohnung am Oberen Philosophenweg zu einem Gesprächszentrum, wo neben Künstlern und Wissenschaftlern auch eine große Zahl der Personen oder Familien verkehrte, die später für das missglückte Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 verantwortlich zeichneten. Ihnen ein Denkmal zu setzen, war der mittlerweile greisen Dichterin eine Aufgabe, die sie sich für die Zeit nach dem "Dritten Reich" vorgenommen hatte.

Obwohl die Jenaer Friedrich-Schiller-Universität Ricarda Huch 1946 mit der Ehrendoktorwürde auszeichnete und sich kommunistische und russische Stellen um sie bemühten, und sie auf dem ersten deutschen Schriftstellerkongress nach dem Krieg in Berlin einen vielbeachteten Vortrag halten konnte, floh sie vor dem neu aufkeimenden Totalitarismus auf deutschem Boden nach Frankfurt am Main, nachdem ihr Schwiegersohn, Franz Böhm, in Hessen Kultusminister geworden war. Im Gästehaus der Stadt Frankfurt, in Kronberg-Schönberg starb sie am Morgen des 17. November 1947. Auf dem Hauptfriedhof von Frankfurt fand sie ein Ehrengrab.

Bild- und Textquelle:

Wikipedia