Stella Rotenberg
* 27. März 1916 Wien
Stella Rotenberg musste 1938 ihr Medizinstudium an der Universität Wien wegen ihres Judentums abbrechen und über die Niederlande nach Großbritannien flüchten. Im Exil begann sie 1940 Gedichte zu schreiben, später auch Prosa, die sie in den Bänden „Gedichte“ (Tel-Aviv 1972), „Die wir übrig sind“ (Darmstadt 1978), „Scherben sind endlicher Hort“ (Wien 1991), „Ungewissen Ursprungs“ (Wien 1997)veröffentlichte.

Obwohl oder gerade weil ihr Gedichte von schlanker Schönheit und gedanklicher Prägnanz gelungen sind, die in ihrer Auseinandersetzung mit der Shoah und ihren Folgen von höchster Aktualität sind, blieb sie in ihrem Herkunftsland Österreich weitgehend unbeachtet. Zwar erhielt sie 1996 das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, aber mit einem literarischen Preis wurde sie so wenig wie viele andere ExilschriftstellerInnen gewürdigt.

Stella Rotenberg, die mit einem, gleich ihr, aus Wien Vertriebenen verheiratet war, lebte seit 1948 in Leeds. Sie hatte einen Sohn. Von ihrem Werk ist derzeit nur die gesammelte Prosa greifbar; eine Neuausgabe ihrer gesammelten Gedichte wird vorbereitet.

Quelle:

Theodor Kramer Gesellschaft Wien